Impulse Beitrag
Positive Gedanken
Wie unsere innere Haltung uns beeinflusst
Unsere Gedanken begleiten uns durch jeden Tag – oft so selbstverständlich, dass wir kaum merken, wie wir eigentlich mit uns selbst sprechen.
„Das schaffe ich nie.“ – „Warum bekomme ich das nicht hin?“ – „Ich müsste längst weiter sein.“
In meiner Arbeit bei HerzWege begegnet mir dieser innere Kritiker fast täglich – und ich kenne ihn auch von mir selbst. Wir gehen mit uns oft deutlich härter um, als wir es je mit einem geliebten Menschen tun würden.
Gedanken formen, wie wir uns fühlen
Dieselbe Situation kann sich völlig unterschiedlich anfühlen – je nachdem, wie wir sie bewerten. „Das geht bestimmt schief“ löst etwas anderes in uns aus als: „Ich weiß noch nicht, wie es wird. Aber ich vertraue darauf, dass ich einen Weg finde.“
Auch die Forschung stützt das: Die bekannte Nonnenstudie untersuchte autobiografische Texte von 180 jungen Nonnen. Jahrzehnte später zeigte sich – diejenigen, die darin mehr positive Emotionen ausgedrückt hatten, lebten im Schnitt länger. Unsere innere Haltung spielt offenbar eine Rolle dabei, wie wir mit dem umgehen, was uns im Leben begegnet.
Positiv denken heißt nicht schönreden
Es geht nicht darum, Angst, Trauer oder Sorgen wegzuschieben. Sondern eher um Sätze wie: „Es ist gerade schwer – und trotzdem vertraue ich darauf, dass sich etwas verändern kann.“ Oder: „Ich habe einen Fehler gemacht – deshalb bin ich nicht weniger wertvoll.“
Frag dich einmal ehrlich: Wie sprichst du mit dir, wenn etwas nicht klappt? Würdest du mit einem guten Freund genauso sprechen?
Was wir nähren, bekommt mehr Raum
Wir können nicht jeden Gedanken kontrollieren – aber wir können ihn wahrnehmen und entscheiden, ob wir ihm glauben wollen. Statt „Ich bekomme nichts hin“ vielleicht: „Heute war ein schwieriger Tag. Ich habe trotzdem mein Bestes gegeben.“
Genau hier setze ich auch in meinen Coachings an: nicht bei der großen Weltsicht, sondern beim leisen inneren Dialog. Denn oft beginnt Veränderung genau dort.
Ein kleiner HerzWeg für heute
Beobachte heute bewusst deinen inneren Dialog. Wenn du merkst, dass du hart mit dir sprichst, halte kurz inne und frag dich: Würde ich so mit einem Menschen sprechen, den ich liebe? Und wenn nicht – was könnte ich mir stattdessen sagen?
„Ich darf Fehler machen. Ich muss nicht perfekt sein. Ich darf freundlich mit mir sein.“
Positive Gedanken beginnen vielleicht nicht damit, dass wir die Welt plötzlich anders sehen – sondern damit, dass wir lernen, anders mit uns selbst zu sprechen.
Du musst den Weg noch nicht kennen. Wir beginnen dort, wo du gerade stehst.
Quelle:
Danner, D. D., Snowdon, D. A. & Friesen, W. V. (2001): Positive emotions in early life and longevity: findings from the nun study. Journal of Personality and Social Psychology, 80(5), 804–813. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11374751/